Fliegen Flight Attendant Training

Anders ist anders, aber nicht schlecht

13. September 2015
EK batch ademerci.com from 'different is different'

Mit einem One-Way Ticket und bloss zwei Koffern mit persönlichem Hab und Gut in ein noch nie zuvor besuchtes Land zu reisen hat schon was Spezielles an sich. Gefühle wie Vorfreude, Zweifel und ein nicht definierbares Kribbeln in der Bauchgegend treten unmittelbar nach dem Abheben des Flugzeuges auf. Beruhigend ist, wenn der Captain ein Luzerner ist, sich als Martin vorstellt und dich sicher und ohne jegliche Turbulenzen in deinen neuen Lebensabschnitt als Cabin Crew befördert.

Tag X

Der 28. August war schon lange zuvor fett in meinem Kalender markiert und als der besagte Tag immer näher rückte, wurde ich mehr und mehr aufgeregter. Auf TV- Sendungen wie «Auf und Davon» oder «Goodbye Deutschland» reagierte ich besonders empfänglich… (Bei emotionalen Abschieden am Flughafen sah ich jeweils mein eigenes bevorstehendes Szenario vor mir was mir eher Trauer als Euphorie bescherrte). So kullerte auch bei mir die ein oder andere Träne beim Abschied meiner Liebsten und ich war froh, als ich endlich im Flugzeug sass und ich gespannt meine neuen Teamgspändli beobachten konnte. Es war mein erster Langstreckenflug, bei welchem ich während des Fluges das Entertainment System nicht ein einziges Mal benutzt habe. Umso mehr war ich damit beschäftigt, alle Duties der Cabin Crew zu beobachten und meine Notizen in meinem Arbeitsbuch zu erfassen. Als neuer Joiner durfte ich meinen neuen Arbeitsplatz, den Airbus A380, zuerst auf eigene Faust erkunden und erhielt anschliessend eine fachkundige Führung durch die Busines- und Firstclass. Nach gut sechseinhalb Stunden Flug kam ich sichtlich erschöpft in Dubai an und wurde dort von einer Mitarbeiterin des Begrüssungskomitées empfangen und durch alle Stationen, von der Sicherheitskontrolle, über die Immigration bis hin zum Kofferband geführt. Umso glücklicher war ich, als ich um ungefähr  03.00 Uhr morgens die Schlüssel in die Tür meines neuen Zuhauses stecken konnte und schnurrstracks ins Bett fiel.

Cabin Crew - Mein Zimmer

73 Neuankömmline aus aller Welt

Am Sonntag begann die Einführungswoche für 73 neue Cabin Crew Member. Alle Personen wurden in vier Klassen – sogenannte Batches- verteilt. Über 30 Nationen sind in diesen vier Batches vertreten. Von Studienabgängern, über Selbstunternehmern bis hin zur Unterwasserfotografin ist alles vertreten – nur Wenige waren bereits bei anderen Airlines als Cabin Crew Member tätig. Die Kommunikationssprache ist Englisch und mit meinem 21 Jahren darf ich mich zu den Jüngsten zählen.

Von einem Termin zum Andern

Die Einführungswoche war geprägt von vielen Präsentationen und unzählinen Termine in-house. Am meisten Zeit haben vor allem die Medizintests beansprucht. Einmal Blutabnahme auf der rechten Seite, weiter zum Drogen-und Alkoholtest, zweite Blutabnahme auf der linken Seite (Autsch, die tat ziemlich weh. Die Nadeln sind hier allgemein dicker als Zuhause), und zum Schluss einen allgemeinen Check bei der Krankenschwester. Augfrund meiner Vorgeschichte mit dem Blutdruck durfte ich dann auch noch zu einem Sonderbesuch beim Arzt der hauseigenen Klinik.

Cabin Crew - Blick auf den Burj Al Arab

Disziplin führt zum Erfolg als Cabin Crew

Während der ersten Woche wurden wir auch mit den allgemeinen Verhaltensvorschriften innerhalb der Arabischen Emiraten und der Airline vertraut gemacht. In meiner neuen Rolle als Cabin Crew bin ich das Aushängeschild der Airline und im Alltag wird kein Flugzeug auf mich am Flughafen warten. Demzufolge sind Pünktlichkeit, ein makelloses Erscheinungsbild (das sogenannte Grooming) und eine positive Einstellung selbstverständlich und der Schlüssel zum Erfolg.

Anfänglich hat mich diese neue (Firmen-)kultur sehr irritiert. Alle Abläufe sind reguliert und bestimmte Verhaltensmuster genau definiert. Nun, anders ist anders – anders ist nicht schlecht. Auch wenn ich in manchen Belangen vielleicht aus meiner Komfortzone tretten und aufhören muss , zwischen Gewohntem und Neuem zu vergleichen, so bin ich überzeugt, dass dieses «Andere» mich in meiner persönlichen Entwicklung weiterbringen wird.

 

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