Fliegen

Das ABC-Fliegerlatein

12. Januar 2016

Bisher am Flughafen nur Bahnhof verstanden? Das soll sich ab heute ändern. Denn hier kriegst du das ultimative Insiderwissen zu den gängigen Begriffen aus der Fliegersprache. Von A bis Z. Damit auch du jederzeit mitreden kannst.

Für wen ist das ABC-Fliegerlatein?
  • Du bist ein vielseitig interessierter Mensch, aber bei den Begriffen aus der Flugzeugkabine fühlst du dich noch nicht ganz sattelfest
  • Du willst endlich wissen, was die Flugbegleiterin auf deinem letzten Flug meinte, als du nach der nächstgelegenen Toilette gefragt hast, und sie antwortete: «in the AFT»
  • Du willst eine neue Fremdsprache lernen
  • Du möchtest beim nächsten Date mit einer Stewardess mit deinem Fachwissen punkten
  • Du bist ein Elternteil eines Flugbegleiters/einer Flugbegleiterin und schlägst dich ständig mit Fragen zum Thema herum
  • Du hast beim Lesen dieses Blogs bisher nur die Hälfte verstanden

Trifft einer dieser folgenden Punkte auf dich zu? Dann ist das folgende Glossar genau das richtige für dich! Natürlich ist dieses ABC-Fliegerlatein noch lange nicht abschliessend. Es lohnt sich also hin und wieder vorbeizuschauen und das Wissen «aufzufrischen.»

 

A wie Arrival

 

Afterlanding
Geselliges Zusammenkommen der Crew nach Ankunft im Hotel. Früher ein Must- Heute leider viel zu selten. Bevorzugen doch die Meisten eine Runde Schlaf als eine Runde Bier.

Aft – Galley
Hintere Bordküche einer Kabine

Arrival
Geplante Ankunftszeit eines Fluges mit einer bestimmten Nummer einer bestimmten Airline

A380
Passagierflugzeug des französischen Flugzeugherstellers Airbus S.A.S mit einer Kapazität von mehr als 850 Passagieren. Gern gesehenes Fotomotiv.

 

B wie Boeing

 

Baby-Bassinet
Babykörbchen, welches in eine Wandhalterung eingehängt werden kann. Das Baby darf aber nicht über 11kg sein und muss mit dem ganzen Körper ins Bassinet passen – was viele Eltern leider nicht verstehen wollen.

Boeing 777
Langstreckenflugzeug des US-amerikanischen Flugzeugherstellers The Boeing Company. Bietet Sitzplätze für 300 – 550 Passagieren. Andere Begriffe: Triple Seven

Briefing
Erstes Zusammentreffen der Crew. Nebst einem Uniformcheck werden Flugdetails, Erste Hilfe und Sicherheitsthemen sowie Passagierbetreuung besprochen.

Business-Class
Gehobenere Tarif- und Beförderungsklasse eines Passagierflugzeuges. Exklusiver Service und Schlafgarantie warten auf dich. Ein Upgrade von einem Economy-Class-Ticket in die Business-Class ist für viele daher wie ein Sechser im Lotto.

 

C wie Call Bell

 

Call Bell, der
Auch der «Ich-möchte-noch-ein-Glas-Wasser-Bitte-Knopf.»
Ein kleiner Knopf auf dem Handset, welcher bei Betätigung ein Rufzeichen in der Galley auslöst und ein blaues Lämpchen oberhalb des Sitzes an der Decke aufleuchten lässt. Im besten Fall kommt ein Flugbegleiter vorbei und nimmt deine Bestellung oder dein allgemeines Anliegen auf. Im ungünstigsten Fall kommt gar niemand oder jemand alle fünf Minuten, weil dein 4-Jähriger Sohn den Knopf für ein Spielzeug hält.

Cart, der
Das sogenannte Wägelchen, welche die Crew in der Economyklasse durch die engen Gänge schiebt. Vollbeladen mit Essenstabletts oder Getränken. Andere Begriffe: Trolley

Captain
Der Mann mit den vier Streifen auf den Schultern und der Stimme hinter der Durchsage «Ladies and Gentlemen,this is your Captain speaking.» Er begrüsst die Passagiere zu Beginn des Fluges, informiert über die Flugstrecke und gibt kurz vor der Landung den Wetterbericht durch. Und fliegt natürlich das Flugzeug.

Cockpit
Das Heiligtum eines jeden Flugzeuges und der Arbeitsplatz des Captains und des First Officers. Zu finden im vordersten Teil eines Luftfahrzeuges. Für «Nicht-Cabin-Crew» leider nicht mehr zugänglich. Andere Begriffe: Flightdeck

Copilot
Siehe: First Officer

 

D wie Duty-free

 

Dead Head
Crew Mitglied ausser Dienst, welches von der Airline an eine andere Destination befördert wird, um dort z.B einen Einsatz zu übernehmen. Deadheading ist das sogenannte Verb dafür und bei Crew Member besonders beliebt. Schliesslich darf man da in der Business-Class fliegen und sich als ziviler Passagier von den Kollegen verwöhnen lassen.

Delay
Bezeichnung für: Verspätung

Departure
Geplante Abflugzeit eines Fluges mit einer bestimmten Nummer einer bestimmten Airline. Wenn die Theorie nur immer mit der Praxis übereinstimmen würde…

Downgrade
(Negative) Umkehrform des Upgrades. Siehe: Upgrade

Dreilettercode
Internationale Abkürzungen für Flughäfen. (Bsp: ZRH für Zürich oder LAX für Los Angeles)

Duty-Free
Zollfreie Warenhäuser. Sehr zur Freude von Alkoholliebhabern, Make-up Queens und Rauchern.

 

E wie Economy-Class

 

Economy-Class
Die niedrigste Tarif- und Beförderungsklasse eines Passagierflugzeuges. Möchtest du eine kuscheligere Decke, ein Glas kostenlosen Champagner oder schlicht nach der Landung noch ein Gefühl in den Kniescheiben? Dann gönne dir Business beim nächsten Flug. Andere Begriffe: Holzklasse

 

F wie Flightdeck

 

First-Class
Exklusivste Tarif- und Beförderungsklasse eines Passagierflugzeuges. Hier ist Fliegen noch wie früher. Glamourös und ohne Massenabfertigung. Aber mal ganz ehrlich, wer sich eine Reise in der First Class leisten kann, könnte sich auch einen Privat Jet leisten.

First Officer
Der Mann (oder die Frau!) mit den drei Steifen auf der Schulter. Er unterstützt den Piloten bei der Bedienung und der Navigation des Flugzeugs, führt den Sprechfunkverkehr durch und überwacht die Flugzeugführung sowie die Flugzeugsysteme. Die Gesamtverantwortung liegt allerdings beim Captain. Denn um Flugzeugführer, sprich Captain, zu werden, heisst es üben, üben, üben. Andere Begriffe: Copilot

Flightdeck
Siehe: Cockpit

Flugsteig
Siehe: Gate

Front-Galley
Vordere Bordküche einer Kabine

 

G wie Gate

 

Galley
Bordküche, Allzweckraum und Rückzugsort der Crew. Eine Galley unterscheidet sich von einer normalen Küche vor allem durch die sehr beengten Platzverhältnisse.

Gate
Letzter Wartebereich, bevor man das Flugzeug besteigen kann.  Um zum Gate zu gelangen, kommt man meist auch nicht an den zahlreichen Duty-free Shops vorbei. Andere Begriffe: Flugsteig

 

H wie Holzklasse

 

Holzklasse
siehe: Economy-Class

 

I wie Interphone

 

Interphone
Kabinentelefon im Vintagestyle. Noch mit Knöpfen und Kabel. Dient als Kommunikationsmittel innerhalb der Crew und des Cockpits.

 

J wie Jumpseat

 

Jetlag
Unangenehme Schlaf-Wach-Rhytmus-Störung durch die Folgen eines Langstreckenfluges durch mehrere Zeitzonen. Flugbegleiter sind besonders anfällig. Nicht Krankenkassen anerkannt. Andere Begriffe: Zeitzonenkater

Jumpseat
Klappsitz mit Schulter-und Beckengurten für die Cabin Crew. Der Jumpseat verfügt aber im Gegensatz zu seinem Bruder, dem Schleudersitz, keine katapultähnlichen Funktionen, sondern ist fest im Kabinenboden verankert.

 

L wie Layover

 

Layover
Übernachtung bzw. Aufenthalt an einem Ort, bevor die Crew wieder zurück zu ihrer Base fliegt.

 

M wie Manual Demonstration

 

Manual Demonstration
Manuelle Demonstration der Sicherheitsanweisungen durch die Cabin Crew und quasi der Schreck eines jeden Flugbegleiters wenn’s plötzlich heisst «Das Videosystem ist ausgefallen Leute. Ihr müsst es heute manuell machen». Sehr zum Vergnügen der Passagiere wie ein Beispiel hier zeigt.

Mid-Galley
Mittlere Bordküche einer Kabine

 

O wie Overbooked

 

Overbooked
Bezeichnung für einen überbuchten Flug. Hier bietet sich eine gute Gelegenheit für den Upgradejäger. (Siehe auch: Upgrade)

 

P wie Passenger Announcement

PA
Abkürzung für Passenger Announcement. Direkte Durchsage an die Passagiere über die Kabinenlautsprecher.

PAX, der
Abkürzung für Passagier

PIL, die
Abkürzung für Passenger Information List. Ob Sitznummer, Nachname oder Lieblingsgetränk. Die PIL hat sie alle – die Details über unsere Passagiere

Pick-up-Time
Zeitpunkt, wenn der Bus mit der Crew vom Hotel zum Flughafen abfährt

Purser
Kabinenchef. Meist das Urgestein in der Branche. Während all den Jahren hat er unzählige Carts geschoben, hunderte von Champagnerflaschen geöffnet und allen Passagierbeschwerden getrotzt und sich so zum ranghöchsten Flugbegleiter hochgeackert. Purser lassen sich meist an der leicht differenzierten Uniform erkennen.

 

R wie Rampagent


Rampagent

Lebender Kommunikationsknoten zwischen Bodenpersonal und Flight Deck. Sie kümmern sich um die korrekte Beladung, das Tanken, das Boarden etc.

Roster
Monatlicher Dienstplan eines Flugbegleiters.

 


S wie Safety Instruction Demo

 

Safety Instruction Demonstration
Sicherheitsanweisungen an Fluggäste über die Lage der Notausgänge, die Benutzung diverses Überlebensmaterialen im Notfall und allgemeine Bestimmungen an Board. Oftmals per Video übermittelt. Kann auch mal manuell vorgeführt werden (siehe: Manual Demonstration)

Special Meal
Sonderessen, welches vom Passagier im Voraus und oftmals kostenlos auf der Webseite der entsprechenden Airline bestellt werden kann. Vorteil: Man kriegt als Erster das Essen.

 

T wie Terminal

 

Terminal
Empfangsgebäude der Passagiere am Flughafen. Hier wird der sämtliche Passagierverkehr abgewickelt.

To be on duty
Bezeichnung für: Im Dienst sein

Trolley
Siehe: Cart

Triple Seven
Siehe: Boeing 777

Turnaround, der
Umkehrflug. D.h das Flugzeug sowie die gesamte Flugzeugbesatzung verlässt den Zielort direkt nach der Beladung wieder und fliegt zurück zum Ausgangsort.

 

U wie Upgrade

 

Upgrade
Wechsel in eine höhere Beförderungsklasse. Erwischt man einen Glückstag, geschieht dies manchmal auch kostenlos. Vater Google bietet zahlreiche Artikel und Tipps, wie man sich so ein Upgrade ergattern kann.


W wie Wake Up Call


Wakeup Call

Automatischer Weckruf des Hotels eine Stunde bevor Pick-up-Time

 

Z wie Zeitzonenkater

 

Zeitzonenkater
Siehe: Jetlag

 

 

Alle Begriffe und Definitionen schliessen die weibliche Form natürlich immer mit ein 😉
Hast du Fragen oder Anregungen? Dann hinterlasse einen Kommentar.

 

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5 Comments

  • Reply T for Trash Compactor 12. Januar 2016 at 19:57

    GVA für Genf. nicht für Zurich 🙂

    • Reply jennyr 16. Januar 2016 at 20:50

      How could I forget the legendary Trash Compactor haha 😀

  • Reply How is the fire going? - Sicher an Board  14. März 2016 at 14:17

    […] Stadtteil Dubai’s. Während insgesamt acht Wochen werde ich hier auf die beiden Flugzeugtypen Airbus A380 und Boeing 777 geschult und auf meine Tätigkeiten an Board vorbereitet. Hinter mir liegt […]

  • Reply Bangkok - Hallo, ich bin der Supy. - 14. März 2016 at 14:41

    […] erklingt es gleichzeitig aus der Runde während der Vorstellungsrunde im Briefing. Alle Blicke auf mich gerichtet. Als neues Crewmitglied ist jeweils der erste Flug auf einem […]

  • Reply Savoir-vivre in Nizza 14. März 2016 at 14:46

    […] Aussage stimmt, liesse sich wohl mit einem Klick auf Wikipedia überprüfen . Turbulent war unser Layover an der Azurblauenküste jedoch […]

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