#Inspieremich Nord & Südamerika

Hallo ich bin Ecuador

6. März 2017

 «02 Februar 2017; Hallo, mein Name ist Ecuador und ich bin ein kleiner Staat im Nordwesten Südamerikas. Bei der Reisewahl werde ich gerne übersehen, da mir meine Schwestern Peru und Kolumbien oftmals den Vorrang nehmen. Dabei kann ich denen locker das Wasser reichen.» Zugegeben, zu meiner jüngsten Reise hoch in die Anden finden sich auch einige weniger brauchbare Memoiren in meinem Reisejournal. Die weniger brauchbaren seien hier einmal ausser Acht gelassen. Widmen wir uns dem Ecuador, wie ich es euch präsentieren möchte.

Es folgen einige Auszüge aus meinem Reisejournal


Memo aus Quito


Samstag, 04. Februar 2017

«[…]Hoch über dem Meeresspiegel. Höher gelegen als die weiss bedeckten Spitzen des Pilatus. Tief verankert in den Anden Ecuadors. Da liegt die Stadt Quito. Schon an meinem ersten Tag in der Stadt komme ich ganz schön ins Schwitzen auf dem Weg zum Plaza Grande. Dabei weist die Hauptstrasse nur einen leichten Anstieg auf. Der Schädel brummt. Ob das wohl die ersten Anzeichen einer Höhenkrankheit sind? Es ist Samstag. Glaube ich zumindest. Ganz sicher bin ich mir aber nicht. Die Altstadt im kolonialen Baustil lebt und zahlreiche Menschen von Jung bis Alt laufen mir über den Weg.  Mir fallen vor allem die jungen Damen auf, die am Strassenrand mit einer Hand ihre Ware anbieten und mit der anderen Hand den Kopf ihres Neugeborenen stützen. Dieses wiederum nuckelt an der freigelegten Brust dessen Mutter. Strassenmusiker zupfen virtuos auf ihrer Charango und alle paar Meter versucht mir einer, seine getrockneten Coca Blätter anzudrehen. Das Kauen dieser Blätter soll angeblich Hunger, Müdigkeit und Kälte verdrängen.[…]» 

Das soll noch gesagt sein:

  • Quito ist die höchst gelegene Hauptstadt der Welt. Sie liegt auf 2850 M.ü.M
  • Die Anfahrt vom Flughafen hoch über die hügeligen Strassen ins Stadtinnere ist ein Erlebnis für sich
  •  Beim Besuch des Äquatormonuments sei einem Folgendes bewusst: Durch GPS hat sich herausgestellt, dass sich der wahre Äquator etwa 240 m nördlich des Monuments befindet. Alle Besucher, die sich täglich breitbeinig über die gelbe Linie beim Monument hinstellen, um auf beiden Hälften der Erde zu stehen, stehen in Wirklichkeit mit beiden Beinen etwa 240 m weit auf der Südhalbkugel. Hätte ich das doch früher gewusst…
  • Ein Busticket innerhalb Quito’s kostet nicht mehr als 20 Cent. Wechselgeld ist daher von Vorteil
  • Die Free Walking Tour (organisiert durch das Community Hostel; siehe weiter unten) gibt einen interessanten Einblick in die kolonialistische Bauweise der Stadt
Hallo ich bin Ecuador

Die Altstadt Quito’s zeigt sich ganz in weiss

 
Memo aus Baños de Agua Santa

 

Montag, 06. Februar 2017

«[…]Die Waden schmerzen. Von den Pobacken ganz zu schweigen. Die letzten beiden Tage auf dem Mountainbike haben mir so einiges abverlangt. Baños hat mir einiges abverlangt! Diese Ortschaft, gelegen in einem Talkessel der Provinz Tungurahua am Fusse des gleichnamigen Vulkanes, hat mich von Beginn an fasziniert. Auch wenn mir durch den anhaltenden Regen langsam die trockenen Kleider ausgehen. Baños ist quasi der Spielplatz für Erwachsene. Riesenschaukeln über steile Abgründe, Ziplines inmitten des Regenwalds und tosende Wasserfälle zum Bestaunen. Und während einem die klare Höhenluft um die Nase weht, geniesst man einfach den Anblick des aktiven Vulkans, der Berge und der Provinz.[…]» 

Das soll noch gesagt sein:

  • Baños ist für alle Adrenalinjunkies, Junge, Junggebliebene und Naturlieberhaber. Partytiger sind hier fehl am Platz
  • Warme Kleider von Vorteil. Die Sonne zeigt sich hier nur selten
  • Das weltberühmte Casa del Arbol mit der Schaukel ist ein Besuch wert, doch gibt es viel grössere und aufregendere Schaukeln weiter südlich des Mountain Bike Trails.
  • Nach einem erlebnisreichen Tag gönnt man sich am besten ein Bad in den heissen Thermalquellen. Diese werden auf natürliche Weise vom angrenzenden Vulkan Tungurahua beheizt. Achtung; das Tragen einer Badekappe ist Pflicht!

 

Hallo ich bin Ecuador

Kind sein verlernt man nie – Die Schaukel beim Casa del Arbol

Memo aus Montañita

 

Donnerstag, 09 Februar 2017

«[…]Ich krieg einfach nicht genug davon! Genug von diesem frischen Maracuya Saft. In unseren Breitengraden auch als Passionsfrucht bekommt. Montañita hat zweifellos die besten Fruchstaftstände. Im Hintergrund des kleinen Saftladens läuft gerade „Clandestino“ von Manu Chao . Lustig. Den selben Song  habe ich auch auf dem Hinflug von Amsterdam nach Quito gehört, um mich in Stimmung zu bringen. Das genannte Fruchtsäftchen gibt es auch mit einem Schuss Rum. Abends fährt dieser besonders ein. Montañita war ursprünglich ein kleines Fischerdörfchen. Alles geht demnach ein bisschen relaxter zu und her.  Da bin ich nicht überrascht. War Montañita doch die Hippiehochburg in den 60er. Heute kommen hier vor allem die Aussteiger, Rucksacktouristen und Surfer vorbei. Die Mentalität der Leute? Easy-peasy. Die Aussicht? So lala. Der Strand? Naja. Der Funfaktor? Allemal!! Den bei Nacht wird das verschlafene Dörfchen zur Partymeile schlechthin.[…]» 

Das soll noch gesagt sein:

  • Montañita ist der Hotspot für Surfer und Rucksacktouristen
  • Hunger?! Restaurants und Essenstände gibt es an jeder Ecke. Wie wärs dann mit einer Schüssel Ceviche? Ein Gericht aus rohem Fisch mariniert in Limettensaft und serviert mit Mais und Bananenchips.
  • Aprops Bananenchips; die sind mein absoluter Liebling. Umgangssprachlich auch  Plantain genannt. Hierbei wird eine Kochbanane in Streifen geschnitten und dann fritiert. Schmecken ähnlich wie Kartoffelchips und gehört zu vielen südamerikanischen Gerichten einfach mit dazu.
  • Für ein paar gemütliche Tage am Meer ist Montañita aufgrund seiner überfüllten Stränden und des hohen Wellengangs weniger zu empfehlen. Viel schöner hingegen ist der Strand von Olon, welcher nur 2.5 km von Montañita entfernt liegt.
Hallo mein Name ist Ecuador

Früchte in Ecuador sind nicht nur ein Augenschmaus, sondern auch mega lecker

Memo aus Puerto López

 

Sonntag, 12 Februar 2017

«[…]Der beliebte Fischerort Puerto López ist idealer Ausgangspunkt, um den nahegelegen Machalilla-Nationalpark und die dazugehörige Isla de la Plata zu erkunden. Gerne wird dieses Eiland auch als „die Galapagos für die Armen“ betitelt. Und da ich des Budgets wegens tatsächlich nicht auf das berühmte Archipel schaffe, so bietet die „Budgetvariante“ immerhin eine ähnliche Vegetation und Tiere lassen sich auch aus der Nähe beobachten. Seit rund zwanzig Minuten wandere ich seit unserer Ankunft auf der Insel mit einem kleinen Reisegrüppchen und dem Führer umher. Da wir auch heute vom Regen nicht verschont bleiben, hat sich der lehmige Wanderweg in eine Schlammbrühe verwandelt. Diese verankert sich widerwillig in meinem Schuhwerk.  Mit gefühlten 3 Kilo mehr unter den Füssen trotten wir  Schritt für Schritt Hügel abwärts. Was uns dann begegnet lässt uns aus dem Staunen fast nicht mehr herauskommen. Da steht es also vor uns. Dieses seltsame Wesen. Mit seinen pitschblauen Füssen. Auf den ersten Blick sieht es aus wie ein kleines Alien.  Blaufusstölpel nennt sich der Meeresvogel im Fachjargon. „Je blauer desto besser“ meint unserer Reiseführer. Weibchen bevorzugen nämlich bei der Partnerwahl ganz klar Männchen mit kräftig blauen Füssen anstatt solche die matt grau aussehen. Na da scheint der kleine Kerl vor uns ja ziemlich gute Chancen zu haben.[…]»

Was es noch zu sagen gibt:

  • Die Isla de la Plata kann nur mit Reiseführer besucht werden und liegt ungefähr eine Stunde per Boot von Puerto López entfernt. Viele Tourenanbieter locken Touristen mit Tagestouren um die 40 Dollar auf die Insel
  • Ein absoluter Traumstrand bietet der Los Frailes Beach, welcher Teil des Machalilla Nationalparkes ist.
  • Puerto López ist verglichen zu andern Orten in Ecuador massiv überteuert. Ein Zimmer unter 50 Dollar ist hier nur schwer zu kriegen. Ausserdem überzeugt die Hafenstadt nicht gerade durch seine Schönheit
Hallo ich bin Ecuador

Monsieur Blaufusstölpel – Eine eigenartige Vogelgattung

Ecuador- #behindthetrip


Reisezeit: Februar 2017 | ReiseartRucksackreise | Reisedauer: 10 Tage
Reiseroute: Quito, Baños, Montañita, Olon, Puerto López

Unterkünfte

Communityhostel, Quito
Gerade wenn man alleine unterwegs ist, ist die Wahl der richtigen Unterkunft ausschlaggebend. Beim Community Hostel ist der Name Programm und man lernt wirklich unglaublich schnell neue Leute kennen. Das Hostel organisiert nebst der Free Walking Tour auch viele Unternehmungen wie eine Tour auf den Cotopaxi und kann in allen Belangen weiterhelfen. Das Frühstück für 4 Dollar wurde täglich vom hauseigenen Chef zubereitet und war das morgendliche Highlight. ca. 12 Dollar / pro Nacht & Dorm

Kiwi Hostel, Baños
Dieses Hostel fühlt sich eher an wie ein grosses Haus und jeder ist Teil der Familie. Ein riesiges Wohnzimmer mit TV, Sitzmöglichkeiten, eine Küche sowie eine gemütliche Outdoor Terrasse machen diesen Ort zu einer richtig coolen Unterkunft in Baños. Zudem noch sehr zentral gelegen. ca. 13 Dollar / pro Nacht & Dorm

Karama Surf & Backpacker Hostel, Montañita
Ein Resort zu Hostelpreisen. Klingt toll, war es aber nicht. Die Ameisen im Bett und die lästigen Mücken aufgrund fehlender Klimatisation gingen mir nach einer Weile auf die Nerven. Die Anlage selbst war cool. ca 7 Dollar / pro Nacht & Dorm

La Casa Naranja, Olon
Mein absolutes Liebslingsgästehaus in Ecuador. Die Inhaber, ein Ehepaar aus Amerika und Ecuador empfängt in diesem Haus sein ein paar Jahren Gäste aus aller Welt und kümmert sich herzlich um diese. ca. 35 Dollar / pro Nacht für ein Doppelzimmer

Budget & Preise

Seit dem Jahr 2000 ist die offizielle Landeswährung der US Dollar. Das macht es einfach, Preise zu vergleichen. Ecuador ist ein relativ preisgünstiges Land. Für ein Gericht mit Getränk zahlt man meist nicht mehr als 4-5 Dollar. Eine Busreise kostet pro gefahrene Stunde ungefähr 1 Dollar. Eintritte in Museen sind gratis oder kosten um die 3 Dollar.

Transport

Wie in Südamerika üblich, wird der Personenfernverkehr weitgehend durch Busse abgewickelt. Der Bus ist der Lebensnerv des Landes und verkehren regelmässig. Busstationen findet man nur selten. Mit ein bisschen Händewinken hält dieser jedoch für Leute zum Ein- und Aussteigen an. Sie sind zudem das Einzige, was sich seit der Einführung des Dollars als Landeswährung nicht verteuert hat; pro Stunde Fahrt im Bus ist mit einem Dollar Fahrpreis zu rechnen. Die Sitze sind überraschend bequem und im ganzen Bus sind Ventilatoren verteilt. Wenn nicht südamerikanische Musik über die Lautsprecher läuft, wird an der Frontwand ein Spielfilm in spanisch gezeigt. Busfahren in Ecuador ist eine relativ komfortable Sache.

Landessprache

Die Amtssprache ist Spanisch, daneben gibt es noch Sprachen der indianischen Bevölkerung, vor allem Kichwa. Nur sehr selten wird Englisch gesprochen bzw. verstanden. Ein wenig Spanischkenntnisse sind daher von grossem Vorteil. In der Not tut’s auch ein Offline Translator.

Insidertipp

Ecuador ist auch bekannt für seine Kaffeebohnen. Einen unvergesslich leckeren Kaffee hatte ich damals in Baños. Nämlich in der Cafeteria Honey Coffe & Tea. Mhh, take me back!

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