Asien Hongkong

Hongkong – eine reine Geschmackssache

4. Februar 2016
Hongkong eine reine Geschmacksache

Es reicht ein leichter Atemzug, um die Sinne mit dem Eau de Hongkong zu berauschen. Es ist ein  «Wässerchen» aus abertausend Gerüchen, welches in der Kopfnote mit Nuancen aus Smog und beissenden Fischabfällen spielt und sich bis zur Basis durch den Duft aus in Knoblauch gebratenen Nudeln und natürlichen Ausdünstungen des Menschen auszeichnet. Richtig dosiert, bleibt es einem noch lange in Erinnerung.

 Belebtes Stadtviertel

Nur wenige Meter abseits des Causeway Bays beobachte ich das wilde Treiben auf dem riesigen Zebrastreifen. Die Ampel schaltet auf Grün und auf einen Schlag setzten sich hunderte Passanten auf einmal in Bewegung. Hier, an der Hauptverkehrsader der Stadt, nimmt ein gewöhnlicher Dienstagvormittag seinen Lauf. Nur ein paar Sekunden später zischt die doppelstöckige Strassenbahn gemächlich an mir vorbei. Neben mir spuckt ein Herr mittleren Alters direkt auf die Strasse und säubert dazu geräuschvoll seine Atemwege. Das gehört hier zum guten Ton.

Hongkong - eine reine Geschmackssache
Riesige Leuchtreklamen prägen die bröckelnden und rostigen Fassaden der umliegenden Gebäude. Durch einen Wackelkontakt blinken die kantonesischen Zeichen besonders in der Nacht chaotisch durcheinander.

Bienenstockbau

Mein Blick schweift hoch hinauf in den Himmel. Es scheint, als würden die Decken der gewaltigen Bauten um mich herum tatsächlich an den Wolken kratzen. Noch beeindruckender finde ich deren Bauweise. Erinnert mich an einen mehrstöckigen Bienenstockbau. Womöglich hat in einer der Wohnungen ausser einem Bett, dem Klo und zwei Kartonkisten nicht viel mehr Platz.

Hongkong - eine reine Geschmackssache

Chinesischer Gaumenschmaus – nicht jedermann’s Sache

Und da ist er wieder. Dieser unangenehme Geschmack, der seit gestern Abend in meinem Rachen festsitzt. Die lokale Küche vertrage ich scheinbar doch nicht so gut.

 

Hongkong - eine reine Geschmackssache

Ja, was soll ich zur chinesischen Küche sagen? Wo zwischen Tigerprawns, Pekingente und Krabbelsalat immer noch ein Dimsum reinpasst. Und wo alles irgendwie mit Chili, Ingwer, Koriander und Fischsauce so abgeschmeckt wird, dass man es selbst so zuhause nicht nachkochen könnte.

Mein Abendessen von gestern – Schweinsleberwurst «Sichuan Art» und der Tofu-Blaubeeren-Smoothie – waren zu viel für meinen verwöhnten europäischen Magen. Dafür bin ich jetzt geplagt mit Unwohlsein in der Bauchgegend.

Aber Hongkong ohne all seine Gerüche und kulinarischen Überraschungen wäre irgendwie nicht «China-like». Und ob man China nun mag oder nicht – das ist sowieso Geschmackssache.

Hongkong – #Inspirieremich

 

Gut gelandet

Der internationale Flughafen Chek Lap Kok von Hongkong liegt ausserhalb des Stadtzentrums. Dank der atemberaubenden Kulisse gestaltet sich die 45-60 minütige Fahrt in Richtung Hongkongs Innenstadt jedoch sehr kurzweilig.

 

Gegessen

Ob Streetfood, schickes Restaurant über den Dächern Hongkongs oder Mc Donald’s. In der Stadt findet man alles. Wir waren im Sichuan Restaraunt YUN YAN im Times Square Food Court. 

 

Gerochen & Geshoppt

Der Causeway Bay bietet nebst einer der teuersten Einkaufspassage der Welt auch eine gute Gelegenheit, sich mit den Düften der Stadt vertraut zu machen 😉 Hier lohnt es sich, einfach mal stehen zu bleiben und zu beobachten.

 

Gefeiert

Die Lan Kwain Fong Strasse ist Hongkongs Partymeile schlechthin. Wir hatten unser Feierabendbier in der Zinc Bar.

 

Gesprochen

Offizielle Landessprachen sind Englisch sowie Chinesisch (Kantonesisch und Hochchinesisch)
(Guten Tag = Néi hóu! / Auf Wiedersehen = Zōi gīn!)

 

Geheimtipp

Unbedingt in einen Süsswarenshop gehen und einen Erdnuss-Sesam-Kräcker probieren. Wird selbst Sesamkritiker in Verzückung bringen 😉

 

 

 

 

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