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Jahresneuzeitstimmung

3. Januar 2017
Jahresneuzeitstimmung - Ziele nach 2017

Liebes Jahr 2016, ehm 2017, du bist noch nicht einmal drei Tage alt, da verfalle ich schon wieder in meine alten Muster: Zu viel Denken, zu wenig Handeln. «Da draussen gibt es eine Menge zu entdecken; aufregende Orte, schöne Menschen, grossartige Geschichten», sage ich mir. Aber zwischen mir und dem Leben liegt der Verstand. Ich bin in Dubai. Es ist Dienstag, der Erste von 52 weiteren im Jahr 2017.

Nur noch der – von meiner Mitbewohnerin – liebevoll geschmückte Weihnachtsbaum aus Plastik und die paar verbleibenden Mailänderlis erinnern an deinen Vorgänger. Vorhin kam gerade noch eine What’s App Nachricht eines Freundes rein «Hey, guten Rutsch! Bin auf einer Hütte im Wendelstein!! Ohne Handyempfang!» Mittlerweile wird auch er im 2017 angekommen sein. Falls es ihn dort oben nicht zugeschneit hat.

Aber jetzt kommen wir einmal zur Sache. Denn eigentlich will ich mich bei dir beschweren.
2017, du kamst viel schneller als erwartet. Du liesst mir gar keine Zeit, mir ernsthafte Gedanken über uns zu machen. Rein theoretisch war ich noch gar nicht bereit für den Jahreswechsel. Denn 2016 war für mich kein schlechter Jahrgang.

Während nun also alle anderen schon eifrig ihre Neujahrsvorsätze umsetzen, bin ich meine noch am definieren.

Weisst du, ich sah mich selbst früher immer als eine zielstrebige Realistin. Pflichtbewusst, ordentlich und stets gewissenhaft. Ziele wurden gesetzt und dementsprechend erreicht. Sei es das Bestreben, im 2004 das Seepferdchenabzeichen im Schwimmen zu holen oder 2015 der Schweiz den Rücken zu kehren. Jahr für Jahr stand irgendein Event bevor, auf welches eifrig hingearbeitet wurde.

Jahresneuzeitstimmung - Ziele nach 2017

In der Wüste ausserhalb Dubai’s lässt es sich am besten Denken.

Doch je älter ich wurde, desto mehr wurde meine Zieldefinition von der Gesellschaft gelenkt. So kam es, dass ich zwar meine Ziele verfolgte, es mir aber immer mehr Mühe bereitete, die nötige Motivation und das Engagement zur Erreichung dieser aufzubringen.

Eines Tages begann ich meine Ziele zu hinterfragen und mir folgende Fragen zu stellen:

Warum stehe ich Morgen für Morgen auf? Um Geld zu verdienen? Um Karriere zu machen? Um mein Können unter Beweis zu stellen? Um ich selbst zu verwirklichen? Um glücklich zu sein? Um Menschen zu treffen? Um etwas bleibendes zu schaffen?

Rückblickend war dies wohl ein entscheidender Wendepunkt in meinem Leben. Denn seither richte ich meine Ziele wieder ganz nach meiner persönlichen Vision aus. Sie helfen mir, Meilensteine zu setzen und den Fokus zu wahren.

Ich glaube, das vergangene Jahr hat mich in vielen Hinsichten weiterentwickelt. Letztes Jahr habe ich mir vorgenommen,  mich jeden Tag aufs Neue inspirieren zu lassen. Denn ich glaube, mit Spontanität laden wir den Zufall in unser Leben ein. Wenn du deinen Geist für das Unbekannte öffnest, kommen häufig wundervolle Dinge zustande.

Ja und jetzt? Jetzt bin ich in der Tat etwas mit dir überfordert. Weil ich im Grunde sehr glücklich bin und nicht weiss, welchen Herausforderungen ich mich dieses Jahr stellen möchte.

Das Leben ist voller unbegrenzter Möglichkeiten. Das ist Segen und Fluch zugleich. Zum Einen ist es schön, wenn einem viele Türen offen stehen. Auf der anderen Seite kann man sich auch schnell verrennen und gar nichts erreichen. Bei all diesen Möglichkeiten verlieren sich manche in der Zukunft, in leerer Schwärmerei und Fantasien; andere verlieren sich in der Vergangenheit und kommen nicht los von ihr.

Ich halte wenig von nicht handfesten Sätzen wie «Go with the flow» denn nur tote Fische werden vom Strom mitgerissen. Aber die Geschwindigkeit des Lebens macht mir manchmal doch zu schaffen. Diese ständige Beschleunigung lässt alles so banal und oberflächlich erscheinen. Der «Zeit»-geist ist ungeduldig. Er hat ständig Angst, zu kurz zu kommen.

Wie dem auch sei. 2017, du bist da. Es gilt, das Beste aus dir zu machen. Als Spätzünder brauche ich für meine diesjährige Zieldefinition noch ein bisschen Zeit. Dürfte ich trotzdem an dieser Stelle einen Wunsch an dich platzieren, dann wäre dass ein bisschen Ruhe und Balance. Für da draussen in der Welt und auch in mir selbst.

 

In Liebe & happy new year
ademerci

Jahresneuzeitstimmung - Ziele nach 2017

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2 Comments

  • Reply Debby 7. Januar 2017 at 1:07

    Super geschrieben! Am besten lässt man es auf einen zukommen. Das Leben passiert, während man es plant.

    Guets Neus!

  • Reply Ihab Mokayed 10. Januar 2017 at 17:26

    Reflecting and asking ourselves questions like ‚why we wake up every morning?‘ is a brilliant reminder to put things in perspective; because despite the fact that we might reach a point when we know the answer, we get carried away with everyday duties and go through life „asleep“ without really observing, reflecting, learning and growing. I hope that 2017 will be even better for you and the world.

    Ps. I really enjoy reading and looking at your articles, and look forward to seeing more.

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