#Inspieremich Naher & Mittlerer Osten

Jordanien – das Juwel im nahen Osten

7. Juni 2016

Wenn man morgens die Sonne über der Wüste Wadi Rum aufgehen sieht, mittags den salzigen Geruch des Toten Meeres in der Nase spührt, nachmittags durch die antike Stadt Petra schlendert und zur Abendstunde ein genüssliches Barbecue mit ein paar Einheimischen geniesst, dann scheint die arabische Revolution so weit weg zu sein wie das «Sauwetter» in der Schweiz dieser Tage. Für eine Reise nach Jordanien spricht so einiges. Ein Juwel im nahen Osten. Bereichert mit Alttümer aus längst vergangenen Zeiten. Hier sind 11 Highlights, die man auf einer Jordanien Reise auf keinen Fall verpassen sollte!

1. Besuche die antike Stadt Petra und schnaufe beim Aufstieg zur Monastry wie ein Pferd

Für Wanderfans und Hobbyarcheologen ist Petra wohl einer der aufregendeste Monumente dieser Welt. Die ehemalige Haupstadt der Nabataer ist in jeder Hinsicht einmalig und lässt einen den Geist der Antike aufspüren. Die rosa Stadt ist gesäumt von überragenden Felswänden und riesengrossen in den Stein gemeiselte Tempel. Als gern gesehenes Fotomotiv gelten das Schatzhaus (Al Khayneh /  Treasury) und das Kloster (Ad Deir / Monastry). Über 800 in den Felsten geschlagene Treppenstufen führen hinauf zum Gipfel des Berges, wo sich das Monastry befindet. Bei 33 Grad und prahlender Sonne geht der rund anderthalbstündige Aufstieg ganz schön auf die Knie. Wem dies zuviel ist setzt auf Eselstärke und beklimpt so den Aufstieg. Die Frage ist dann hingegen, ob man sich dadurch wirklich einen Muskelkater erspart oder den Schmerz bloss an einer anderen Stelle spürt…

Jordanien - das Juwel in der Wüste

Monastry – einfach nur atemberaubend

2. Gönn dir ein Glas Beduinenwhisky

Bringt deinen Stoffwechsel in Schwung und ist zu hundert Prozent alkoholfrei. Und ja, er macht süchtig. Die Rede ist von arabischem Tee. Seit Jahrzehnten gehört das Aufgussgetränk aus Minze und Salbei zur traditionellen arabischen Küche und gilt als Zeichen des Willkommenheissens und der Gastfreundschaft. Nach dem Aufkochen über dem offenen Feuer wird das heisse Getränk anschliessend in kleine Gläser abgefüllt und auf einem silbernen Tablett den Gästen serivert. Mit seinen Unmengen an Zucker ist der Tee eine wahrliche Energiebombe – und wird deshalb unter den Wüstennomaden auch gerne als Beduinenwhisky bezeichnet. Wer sich wundert warum der Gastgeber dazu das immer wieder leere Glas nachfüllt, dem soll eines bewusst sein; ein leeres Glas in der arabischen Kultur bedeutet in anderen Worten: «Ich möchte mehr davon!»

Jordanien - das Juwel in der Wüste

Der Beduinenwhisky

3. Erlebe die jordanische Gastfreundschaft

Sei es auf ein Glas Tee oder auf ein spontanes Barbecue direkt an der Haupstrasse; die Gastfreundlichkeit und Offenheit der Jordanier gegenüber ihren Landesbesucher kennt scheinbar keine Grenzen. Sei deshalb nicht verunsichert, falls dich während der Autofahrt die Drogenpolizei stoppt und nach deiner Nationalität fragt. Ein «Welcome in Jordan» gefolgt von einem Handschlag und einem kurzen Smalltalk wird die höchstwahrscheinliche Reaktion des Polizisten sein. Die Einheimischen sind sehr aufgeschlossen und immer für einen «Schwatz» zu haben. Wen oder was du auch immer benötigst; die Jordanier helfen dir gerne. So schürrt sich der Taxifahrer nicht davor, mit dir die steilen Klippen hinab zu den Salzsteinen zu steigen und der Hotelangestellte hilft dir auch im Falle einer Verhaftung wieder aus der Klemme. (Jap, ich spreche aus Erfahrung…)

4. Spüre die Stille der Wüste

Im Rücken das Beduinencamp und vor dir die Weiten der Wadi Rum Wüste. Ein Moment der Zufriedenheit und Stille. Schier gruselig erscheint Einem die absolute Stille, die sich zwischen den rosaroten Felswänden fängt. Vielleicht weil man heutzutage fast vergessen hast, wie sich Stille eigentlich anhört? Ob bei Vollmond oder beim Betrachten des Sonnenaufganges. Ruhe kehrt in deinen Körper und Geist zurück und lässt dich für einen Moment alles um dich herum vergessen.

Jordanien - das Juwel in der Wüste

Ein Land der aufgehenden Sonne

5. Unterhalte dich in Arabisch

Beziehe diese 6 arabischen Wörter in dein Vokublar mit ein und die die Einheimischen werden dich lieben! Tatsächlich schlägt man sich bereit mit einer Hand voll  lokalen Wörter bereits ziemlich gut durch. Zudem kann man die meistn in jeder Situationslage brauchen. Die Araber mögen’s simpel.

Khalas, [halas] - bedeutet «fertig» , «erledigt»
Shukran, [schukran] - Danke
Afwan, [Afouan] - Bitte / gern geschehen (Antwort auf shukran)
Habibi (m) Habibti (f), [habibi] - bedeutet «Schatz»,  «Geliebter/Geliebte», rein technisch ist jede/r ein bisschen ein Habibi 😉
Yala, [iala] - bedeutet «los» , «auf geht’s»
Insha’Allah, [inschalla] - wortwörtlich «so Gott will». Hat eine sehr tiefgehende Bedeutung, wird  heutzutage aber gerne als Multifunktionalswort eingesetzt. Ist man sich einer Sache nicht ganz sicher oder möchte man sich nicht fest definieren, dem wird ein Insha’Allah angefügt. Die New York Times hat dem Wort sogar einen ganzen Artikel gewidmet. (Link)

 

7. Versuche im Toten Meer vorwärts zu schwimmen

Hast du dich schon einmal gefragt, wie sich eine treibende Boje im Wasser fühlt? Mit rund 398 Meter unter (!)  dem Meeerespiegel gehört das Tote Meer und die umliegende Region zum tiefsten, nicht von Wasser oder Eis, bedeckten Bereich der Erde. Das Tote Meer, das übrigens kein Meer sondern ein See ist, trägt den menschlichen Körper durch seinen starken Salzgehalt aussergewöhnlich gut und verschafft Auftrieb. Vorwärts schwimmen wird dabei zur richtigen Challenge. (dazu sieht es auch noch richtig dämlich aus, wenn einem fast die Oberschenkel ins Gesicht schlagen…)

Jordanien - das Juwel in der Wüste

Einfach mal die Füsse hochlegen – Funktioniert im Toten Meer!

8. Verstehe die arabische Genauigkeit

Wie lange dauert die Fahrt von Petra nach Wadi Rum? Inshalla, 45 Min.
Und somit weiss man auch gleich, dass es sich um 30min oder auch anderthalb Stunden handeln kann. Was aber nicht bedeutet, dass die Leute  in Jordanien unpünktlich sind! Viel mehr lässt man gerne einmal fünf gerade sein und kalkuliert immer etwas «spazig» mit dazu.

9. Verwandle dich in ein Seemonster

Schlammparty olé! Der frische Schlamm vom Toten Meer hat eine hohe Dichte an Salzen und Mineralien,  die ideal für den Feuchtigkeitserhalt sind und für ein tolles Hautgefühl sorgen. Ausserdem macht es einfach auch unglaublich viel Spass, sich den Körper mit der Brühe vollzuschmieren. (Jeder möchte doch einmal wieder Kind sein).

Jordanien - das Juwel in der Wüste

Lust auf eine Schlammparty?

 

10. Koste die lokale Küche

Obwohl sich die Länderküchen des nahen Ostens durchaus unterscheiden, gibt es zahlreiche Gemeinsamkeiten, die die arabische Küche kennzeichnen. Wer sie bislang noch nicht kannte, sollte sie demnächst ausprobieren. Foul, Fattoush, Falafel oder Kofta sind nur einige nennenswerte Gerichte. Häufig verwendete Lebensmittel sind Hülsenfrüchte wie Linsen und Bohnen. Falafel sind beispielsweise frittierte Klopse aus pürierten Bohnen oder Kichererbsen. Das Nationalgericht Jordaniens, das sogenannte Mansaf sollte man sicht nicht entgehen lassen. Traditionell kommt es mit einem Berg Reis und Lammfleisch, welches über Stunden in einer Art Joghurt Sauce über dem offenen Feuer gegart wurde.

Jordanien - das Juwel im nahen Osten

Mansaf, das Nationalgericht

11. Lass dich von der Skyline in Amman verzaubern

Und um den Sonnenuntergang zu geniessen, gibt es wahrlich keinen besseren Platz als das Citadel auf dem Jebel al-Qala’a Hügel in der Haupstadt Jordaniens. Rundherum erstreckt sich die Skyline Amman’s in voller Blüte. Die riesige Landesflagge weht zur leichten Abendbrise. Irgendwie magisch, dieser Ort.

Jordanien - das Juwel in der Wüste

Abendstimmung in Amman

 

Jordanien- #behindthetrip


 

Reisezeit: April 2016 | Reiseart: Backpacking | Reisedauer: 5 Tage
Reiseroute: Petra & Wadi Musa – Wüste Wadi Rum – Totes Meer & Sweimeh – Amman

 

Unterkünfte

Mussa Spring Hotel, Wadi Musa (Petra)
Eines der drei ersten und ältesten Hotels in Wadi Musa, bevor die grossen Hotelketten in die Region kamen. Das Team rund um Adil ist extrem freundlich und organisiert auch gerne den Transport und Unterkunft in die Wüste Wadi Rum oder die antike Stadt Petra.  7 JD | pro Nacht

Salman Zwaid Camp, Wadi Rum Wüste
Wer gerne einmal eine Nacht in der Wüste verbringen möchte und abseits des Massentourismus die Wüstenerfahrung erleben möchte, ist bei Salman goldrichtig. Salman ist nicht nur der Bruder von Adil, sondern auch ein wunderbarer Gastgeber. Modernes Camp mit moderner Infrastutkur. 35 JD | pro Nacht inkl. 4h Wüstentour

Ramada Hotel Resort, direkt am Toten Meer
Da das Tote Meer über keine Hostels verfügte und unsere Reisezeit limiert war, sind wir auf ein Resort ausgewichen und haben uns die Kosten geteilt. ca. 70 JD | pro Nacht. (abhängig von Saison und Nachfrage). Alternative Unterkunftsmöglichkeiten ; gibt es im nächstgelegenen Ort Madaba oder über die App Couchsurfing.

Sydney Hostel, Amman
Direkt in Downtown der Hauptstadt Amman, kann man von hier die meisten Sehenswürdigkeiten zu Fuss erreichen.
ca. 7JD / pro Nacht.

Budget & Preise

Jordanien ist im Moment nicht ganz günstig. Preise müssen für Taxis verhandelt werden, (meist zwischen 20 – 45 JD). Lokale Supermärkte locken dagegen mit günstigen Preisen. Ein Abendessen mit frischen Produkten lässt sich für 10 JD erwerben. Eintritt in die antike Stadt Petra kostet 50 JD, das Touristenvisa für die meisten europäischen Nationalitäten 35 JD).

Mobil unterwegs

Eine Simkarte lasst sich für 9JD direkt am Flughafen erwerben. (Anbieter ZAIN). Du erhälst dafür 3GB Internetzugang. Anrufe in Jordanien sind kostenlos. Netz gibt so gut wie überall. WLAN meist nur in Unterkünften.

Insidertipp

Mach dich am Toten Meer auf die Suche nach den faszinierend schönen Salzsteinen. Auch wenn der Zugang dahin steinig und nicht all zu leicht ist – du wirst es nicht bereuen!

 

 

 

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1 Comment

  • Reply Nicole W. 13. Juli 2016 at 21:01

    Was für ein tolles Land! Möchte da auch hin 😀

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