Dänemark Europa

Kopenhagener: «Ich lenke, also bin ich»

28. Januar 2016

In Kopenhagen machen sie’s alle. Radfahren. Auch bei Eiseskälte. Ob zur Schule, zur Arbeit oder abends in die Kneipe. Da kommt man sich als Passant glatt etwas spiessig vor. Das Allerweltsprodukt Fahrrad steht hoch im Kurs.

Früh morgens mache ich mich auf die Socken, um vor dem Pick-up (welcher heute schon um die Mittagszeit ansteht) noch ein bisschen die Stadt zu erkunden. Schliesslich lag gestern nach dem Afterlandig mit der Crew im Huks Fluks nicht mehr viel drin.

 

Stil vor Talent

Nirgendwo sonst hat Fahrradfahren mehr Stil als in der Stadt an der Ostsee. Der Kopenhagener von heute verschafft sich mit seinem Fahrstil Ausdruck und unterstreicht seinen Charakter gekonnt mit der Wahl seines Drahtesels.

An einer roten Ampel fallen sie besonders auf – die Stereotypen. Ganz an der Front, der Kampfradler mit dem nigelnagelneuen Designerbike – dicht gefolgt vom bärtigen Junggesellen auf dem Retrozweirad aus der Fahrradschmiede um die Ecke. Mit ein bisschen Abstand dann das sportliche Mami mit Kind und Fahrradanhänger und gleich dahinter Mister Schlipsträger. Dessen Hosenbein bis zur Ankunft am Arbeitsplatz bestimmt weiss anstatt schwarz sein wird (#Streusalz-im-Winter-sei-Dank).

In Dubai gilt man als Fahrradfahrer als Exot. Es wäre daher naheliegend und sehr verlockend, die Gunst der Stunde zu nutzen und sich selbst auf den Sattel zu schwingen. In Anbetracht des hiesigen Fahrstils überlege ich mir das aber lieber zweimal. Die offizielle Seite der Tourismuszentrale Dänemarks warnt schliesslich folgendermassen: «Punkt 7: Beharren Sie nicht auf Ihrem Recht. Dies kann lebensgefährlich sein.»

 

Christiania – Betreten auf eigene Gefahr

Mein eigentliches Ziel der heutigen Route ist sowieso die Freistadt Christiania. Eine autonome Gemeinde in welcher, scharf ausgedrückt, noch das Faustrecht gilt. Quasi ein Staat im Staate Dänemarks. So zumindest die Idee und der Traum der rund 800 Bewohner des fast 35 Hektar grossen Geländes.

Fotografieren innerhalb des Green Districts Christianas ist verboten. So wollen es die Bewohner. Und so steht es auch auf den riesigen Verbotschildern, die wahrlich nicht zu übersehen sind.

Schade eigentlich. Gibt es hier doch so viel zu sehen.

 

In einem Land vor unserer Zeit – oder so ähnlich

Die vielen Gassen sind gesäumt von zahlreichen bunt bemalten Baracken und alten Kasernen. Farbige Öltonnen und rostige Zweirad-Unikate gehören praktisch zum Inventar. Hier leben die Hippies von gestern noch in Love & Peace (wenn auch diese mittlerweile das eine oder andere graue Haar gekriegt haben). Der Tag ist noch zu jung, so dass viele Boutiquen und Bars noch geschlossen sind. Im Sommer stelle ich’s mir hier aber ganz gemütlich und gesellig vor.

 

Man könnte sich Stunden in diesem artifiziellen Ort aufhalten. Doch die glamourösen Zeiten, als man als Flugbegleiter noch eine Woche auf den Malediven verbrachte und 3 Tage auf Shoppingtour in New York unterwegs war, die sind vorbei.

Der Rückweg zieht sich ganz schön in die Länge. Unmengen von Baustellen versperren mir als Fussgänger den direkten und schnellsten Weg zurück ins Hotel.

Radfahrer müsste man sein. Deren Radfahrstreifen ist sogar auf Baustellen noch gewährleistet.

 

Kopenhagen – #Inspirieremich

Gut gelandet

Der Flughafen Kopenhagen-Kastrup wird nebst vielen skandinavischen Airlines auch von vielen europäischen und internationalen Fluggesellschaften mehrmals täglich angeflogen. Das Stadtzentrum ist ungefähr 20 Autominuten vom Flughafen entfernt.

Gegessen

Ob Sonntagsbrunch oder ein köstliches Steak zum Abendessen. Das Bistro Huks Fluks in der Nähe der Innenstadt überzeugt mit charmantem Ambiente und lokaler sowie südeuropäischen Küche.

Gefeiert

Fühl dich wie bei Freunden zuhause im Wohnzimmer; In der RUBY Bar ist nicht nur das Ambiente einladend, sondern auch die vielseitige Auswahl an leckeren Cocktails.

Gesprochen

Englisch wird an jeder Ecke verstanden und auch gesprochen. Auch mit Deutsch kommt man sehr gut durch. Offizielle Landessprache ist Dänisch. (Guten Tag = God dag / Auf Wiedersehen = Farvel)

Gut zu wissen

Wer sich selbst auf den Sattel schwingen möchte, findet hier auf der offiziellen Seite der Tourismuszentrale Kopenhagens wertvolle Informationen.

Bezahlt wird in Kopenhagen mit der dänischen Krone.

Geheimtipp

Mach einen Abstecher nach Christiania. Doch lass die Kamera innerhalb des Distrikts besser in der Tasche. Du willst doch keinen Ärger, oder?

 

 

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