Europa

Retroperspektive zum Neujahr

4. Januar 2016
London - Retroperspektive zum Neujahr

Auf meinem Nachttischchen stapeln sich die gebrauchten Taschentücher. Die Tasse Ingwer Tee ist bereits kalt, das letzte Panadol aufgebraucht und die Glieder schmerzen. «Danke dass du die Wolken mit nach Dubai gebracht hast», schreibt ein Kollege auf What’s App. Es folgt: ein anachronistischer Bericht.

Sonntag, 03. Januar 2016
08.12 Uhr —in Dubai—
Ich rolle im Bett hin und her. Draussen regnet es wie aus Kübeln. Eine Seltenheit in Dubai. Ein Grund mehr, heute im Bett zu bleiben und meine Erkältung auszukurieren.

Samstag, 02.Januar 2016
20.57 Uhr —Nach der Landung in Dubai—
Nach ungefähr sechs Stunden Flug sicher gelandet in Dubai. Meine Stimme krächzt und zwischendurch kann ich mir einen trockenen Husten nicht verkneifen. Alle Passagieren haben den Vogel mittlerweile verlassen. Jetzt folgen nur noch ein paar Post-Landing-Duties. Gebrauchte Kopfhörer einsammeln und so.

05.04 Uhr
«Dring! Dring!» Ich hebe den Hörer meines Telefons im Hotelzimmer. «This is your automatic Wake-up Call», sagt die Stimme am anderen Ende. Ein netter Service, welcher uns in Hotels jeweils geboten wird. Von jetzt an bleibt mir noch eine Stunde, bis der Bus zum Flughafen abfährt.

02.32 Uhr —mitten in der Nacht im Hotelzimmer—
Wo bin ich? Was mache ich hier? Warum ist das Licht noch an? Einmal mehr frage ich mich, in welcher Zeitzone mein Körper wohl stecken geblieben ist. Vielleicht noch ein bisschen Jetlag aus Neuseeland von letzter Woche? Zum Glück kommen diese Momente der absoluten Verwirrtheit aber nur selten vor.

Freitag, 01. Januar 2016
23.01 Uhr
Smartphone auf die Seite legen. LiLö.

22.15 Uhr  —in der U-Bahn—
Eigentlich könnte ich jetzt schon im Hotelzimmer sein. Eigentlich. Hätten wir nicht das Umsteigen von der einen in die andere Tube verpasst. Höchstwahrscheinlich waren wir zu abgelenkt von der schlüpfrigen Werbung, welche genau oberhalb des Liniennetzes auf weissem Hintergrund und mit pinken Buchstaben prangte: «Are you looking for a new year resolution? Why not become a sperm donor. Be special. Give sperm.»

18.30 Uhr  —im Punch & Judy—
Darauf gönnen wir uns jetzt ein Glas Glühwein. Oder auch zwei.

18.16 Uhr  —angekommen im namhaften Convent Garden—
Ein Selfie vor der berühmten Leuchtreklame beim Piscilly Circus schiessen -> Check
In einer typischen roten Telefonkabine zum Hörer greifen -> Check
Heimatgefühle beim Swisscourt entwickeln -> Check
Den grossen Ben besuchen und das Riesenrad bestaunen -> Check

Ein rundum gelungener Nachmittag.

London

17.00 Uhr  —ein Gedanke unterwegs—
Mensch ist das kalt. Saukalt. Ich spüre schon die aufkommende Erkältung. Ohne ein einziges Mal geniest zu haben.

16.00 Uhr
Der Bauch ist voll. Das Sightseeing kann beginnen.

14.45 Uhr  —in Jamie Oliver’s Diner—
Nach 15 Minuten Wartezeit kriegen wir einen Tisch in Jamie Oliver’s  legendärem Diner nahe der Piccadilly Circus Station. Die Auswahl an leckerem Fastfood ist riesig. Und die Neujahrsvorsätze wären somit auch gleich begraben.

London

14.23 Uhr  —Vor der Leuchtreklame an der Piccadilly Circus Station—
Heute wegen gestern geschlossen: Trifft jedenfalls auf die meisten Shops zu. Verständlich am Neujahrstag. Doch der Magen knurrt. Zeit, sich eine ordentliche Mahlzeit zu gönnen.

14.03 Uhr  —Hatta Cross Station—
Das ist sie also, die populäre Underground. Die U-Bahn, welche von den Einheimischen auch gerne «The Tube» (dt: die Röhre) genannt wird und gleichzeitig das älteste U-Bahn Netz der Welt bietet. Ein Ungetüm aus Stahl und für viele bereits ein zweites Zuhause. Dabei gilt die eiserne Regel: Nicht reden, nicht starren. Höchstens in die eigene Zeitung oder ins Leere. So kommt es, dass wir die nächsten 45 Minuten bis ins City Center im Schneckentempo und absoluter Stille verbringen.

London

13.14 Uhr  —in der Hotellobby—
Tess: «Wait of me! I am coming too.»

12.45 Uhr  —im Hotelzimmer—
Bevor ich mich vergebens aus dem Bett raufe, nochmals kurz einen Crosscheck in der What’s App Gruppe, ob meine Tourigruppe auch noch besteht…

Ich:  «Are you guys awake?»
Julio:  «Jaja. I just had a shower. Still soo sleeeepy»
Tess: –keine Antwort–
Ich:  «So see you in a couple of minutes downstairs :)»
Julio:  «Jaja»
Tess: –immer noch keine Antwort–

08.10 Uhr  —beim Einchecken im Hotel—
Endlich im Hotel angekommen. Der Pilot schlägt vor, in der Hotelbar noch den Neujahrswechsel von Honolulu zu feiern. Die Einzigen, die noch nicht im 2016 angekommen sind. Nicht mit mir. Ich gönne mir jetzt eine Runde Schlaf, bevor ich mich mit zwei weiteren Crewmitgliedern zum Sightseeing verabredet habe.

03.22 Uhr —auf dem Rollfeld—
Abflug.

01.10 Uhr 
Zeit für Check-in. Briefing startet in 15 Minuten.

00.00 Uhr  —immer noch in Costa’s—

Oh, Happy New Year. Das wurde ja schon bald zur Nebensache. Also, hoch die (Kaffee)-Tassen, Becher!

London

Donnerstag, 31. Januar 2015
23.47 Uhr  —in Costa Coffee’s im Airline Hautgebäude—
«Heute darfst du dich als was ganz besonders fühlen. Aus 22’000 Cabin Crew haben wir beide die Ehre, in ein paar wenigen Stunden diesen Flug zu operieren» Humor hat er ja, dieser Julio aus Spanien. Habe ihn vorher in der Warteschlange kennengelernt und herausgefunden, dass wir zusammen fliegen werden. Zusammen mit ihm und zwei weiteren Cabin Crew Member schlagen wir die Zeit bis zum Check-in tot.

23.14 Uhr  —im Crewshuttle—
Ich versuche positiv zu bleiben und freue mich über die zahlreichen Silvestergrüsse aus der Schweiz. Habe den Bus eine halbe Stunde früher genommen als sonst. Schliesslich wird für die grosse Nacht in Dubai immenser Stau vorhergesagt. Von der Autobahn aus sehe ich den hell erleuchteten Burj Khalifa. Da werde ich doch gleich ein wenig sentimental.

22.02 Uhr  —in meiner Wohnung in Dubai—
Während sich meine beiden Mitbewohnerinnen sich in ihre sorgfältig auserwählten Abendkleider quetschen und ihr bestes Parfum auftragen, stecke ich die letzten Haarnadeln in meinen Dutt. Mittlerweile brauche ich weniger als 20 Minuten für das ganze Aufhübschen.

Zugegeben, meine Begeisterung für den nächsten Layover hält sich dieses Mal in Grenzen.
Geplanter Abflug: Neujahrstag,  03.10 Uhr.

Von Dubai nach London Heathrow.

 

London – #Inspirieremich

Gut gelandet

London verfügt über ingesamt sechs  Flughäfen. Zu den wohl populärsten für die Anreise gehören zum Einen der Flughafen London Heathrow (ca.20km vom Stadtzentrum entfernt) und zum Anderen der Flughafen London Gatwick (ca. 40km vom Stadtzentrum entfernt). Ein ausführlicher Wegweiser zu den verschiedenen Flughäfen findet man hier.

Gegessen

Bestimmt kennst du den Jamie alias the naked chef aus einer seiner vielen Kochsendungen im TV. Und der Blondschopf kann tatsächlich kochen. Mach dir selbst ein Bild davon – in Jamie Oliver’s Diner nahe des Piccadilly Circus.

Getrunken

Punch & Judy ist nicht nur der Name eines in England sehr bekannten Puppenspiels, sondern auch einer sehr populären Pub’s im Convent Garden. Bis jeweils Ende Januar wird hier auch richtig leckerer Glühwein ausgeschenkt.

Geheimtipp

Zwischen dem Flughafen Heathrow und den umliegenden Hotels verkehren gratis Busse im Minutentakt. In Anbetracht der teuren Hotelzimmerpreise im Stadtzentrum Londons wird der Standort Heathrow so zu einer günstigeren Alternative. Mittels der Metro und den Bussen erreicht man die City innerhalb von 45 Minuten.

 

 

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1 Comment

  • Reply Alltagsfliege - Ein Tag als Flight Attendant - 16. Juli 2016 at 22:40

    […] Ein Stapel Dokumente auf der Ablagefläche, Freitag ist noch in weiter Ferne und Kaffee kocht auch keiner. So mancher kennt die kleinen Ärgernisse des Büroalltages. Doch das war einmal. Als hauptberufliche Vielfliegerin befindet sich mein Büro seit schon bald einem Jahr auf 12’ooo Metern Höhe. Erste Anzeichen vom Alltagstrott? Fehlanzeige. Wie sieht denn so ein Tag als Flight Attendant eigentlich aus? Begleite mich heute auf einen Flug nach London. […]

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