Naher & Mittlerer Osten

Salalah, Mashalla!

24. August 2016

Da sitzt er also mit ausgestreckten Beinen. Lässig angelehnt an eine Sitzbank. Als Unterlage dient ein Stück Teppich. Die Schuhe, ein Paar von diesen hippen schwarzen Nike Air’s, liegen just neben ihm. Die Menschenmenge, die sich heute beim Marneef Cave ansammelt, scheint ihn nicht weiter zu stören. Zugegeben, ich kenne ihn nicht persönlich. Ich nenne ihn Khareef. Steht für Monsun in Arabisch. Ja, das klingt passend. Baba Khareef.

«Was für ein Sauwetter», würde sich Frau Müller beklagen und wäre ständig damit beschäftigt, ihre Frisur bei diesem Wind zu richten. Schliesslich wäre Herr Müller gerade dabei, ein schönes Urlaubsfoto von ihr zu schiessen. Im Hintergrund die aufbrandenden Wellen des Arabischen Meeres.

Doch eben. Zu viele Touristen. Zu viele Wolken. Schlechtes Licht. Die Geschichte, wie es hätte sein können, geht hier zu Ende. Denn Herr und Frau Müller sind heute nicht anwesend. Ich bezweifle, dass sie jemals hier her kommen würden. Nach Salalah meine ich.

Salala –  mit H am Schluss

Salalah, dessen Ortsname so leicht über die Zunge rollt, liegt südlich des Sultanats Oman. Hört man Oman, kommen bei vielen schon die ersten Zweifel auf. «Ist da nicht gefährlich?» «Liegt doch irgendwo in Arabien.» «Kann man sich da überhaupt frei bewegen?»

Ja man kann. Und wie! Zwischen Juni und September verfällt Salalah in die sogenannte Monsunzeit und erstrahlt dann in seiner voller Schönheit.

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In Salalah zählen auch die kleinen Dinge

In Salalah zählen auch die kleinen Dinge

Wer schon einmal in einem Tropenhaus war, kann sich nur ansatzweise vorstellen, wie bezaubernd ein Tal aus sattgrünen Pflanzen erscheint. Oder der Nebel, welcher dem ganzen einen samtigen Schleier verleiht und langsam seine Bahnen durch die Wälder zieht. Die Region ist gefühlt ein bisschen wie in Asien.  Aber dann halt doch nicht.  Weil Kamele, grosse Auto’s (oh ja, die Leute aus dem mittleren Osten vergöttern 4×4 …) und Strassen in tadellosem Zustand.

Trotzdem oder vermutlich genau deswegen hat dieser Ort sein ganz eigener Charme. Orientalische Kultur trifft hier auf pure Naturgewalt. Eine Tatsache. Besteht der mittlere Osten doch vorwiegend aus Wüste.

Über dem Nebelmeer

Über dem Nebelmeer

Statte Baba Khareef einen Besuch ab

Salalah liegt in den Rankings der Top Destinationen der westlichen Gesellschaft bestimmt nicht weit oben. Doch gerade in Zeiten, welcher der Tourismus aufgrund veränderter Umstände ein wenig aus der Balance gerät,  sind viele auf der Suche nach einem Gateway. Natürlich sollte es nicht allzuweit weg sein. Dafür aber schön warm. Dazu preiswert, sicher, familienfreundlich und nicht zu «touristy». Wenn es dann auch noch gute Ausgehmöglichkeiten bietet; Top, gebucht!

Kamele – in Salalah keine Seltenheit

Wie wär’s also mit Salalah? Und wenn nicht dieses Jahr, dann vielleicht nächstes. Oder ziehe es für deinen nächsten Urlaub zumindest in Erwägung. Das Land Oman hat so oder so viel zu bieten und die arabische Gastfreundlichkeit wird dich überraschen.

Alles gesagt, möchte ich heute eigentlich nicht mehr viel unternehmen. Am liebsten einfach irgendwo hinsetzen, den Moment geniessen und den Geräuschen des Meeres lauschen. Vielleicht sollte ich Baba Khareef mal drauf ansprechen, wo ich denn so ein Teppich besorgen könnte?

 

Salalah, Oman – #behindthetrip


Reisezeit: August 2016 | ReiseartRoadtrip | Reisedauer: 3 Tage
Reiseroute: Salalah und im Umkreis in der Region Dhofar im Sultanat Oman

Geschlafen

Dharbat Pension, Salalah **
Low-Budget Unterkunft im Zentrum von Salalah. Fairer Preis für Hauptsaison. Wurde vor einiger Zeit renoviert. Das hauseigene Restaurant mit türkischer Küche scheint nicht nur meinem Gaumen zu gefallen, sondern auch dem der Einheimischen. Nicht selten stehen Autos Schlange vor der Bude und blockieren so die Hauptstrasse. Preis pro Nacht: 20 Rials / 50.- US-Dollars. (verhandelbar)

Gut gelandet

Salalah verfügt über einen eigenen, sehr schönen Flughafen, der von Oman Air täglich von der Haupstadt Muskat aus angeflogen wird. Das Visa kostet 5 Rials / 10.- Dollars.

Gegessen

Mhh, die arabische Küche ist lecker und es gibt keine grossen Unterschiede bei den Restaraunts. Die Basics bestehen aus gegrilltem Fleisch, verschiedenen Fladenbrote, Hummus und Gemüse sowie Salat. Da im mittleren Osten auch viele Zuwanderer aus Indien und Pakistan leben, sind auch diese Landesküchen stark vertreten. Das Tolle daran; das Essen ist nicht nur unglaublich lecker sondern auch sehr preiswert! (8-10 Dollar für zwei Personen!)

Gewusst wie

Ohne Auto kommt man in Salalah und generell im Oman nicht weit. Daher unbedingt an den internationalen Führerschein mitbringen. Bei Strassenkontrollen wird der Pass oder eine gültige Identitätskarte verlangt.

Geheimtipp

Der Anti-Schwerkraft-Punkt, ungefähr 27km von der Stadt Taqa entfernt. Wo sonst Wenn fährt das Auto plötzlich wie aus unsichtbarer Hand von alleine rückwärts? Trotz angezogener Handbremse und neutralem Gang. Unbedingt ausprobieren und staunen 😉

 

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