Training

Service – Chicken oder Beef war gestern

1. November 2015
cabin crew ek training ademerci.com

«Guten Tag Frau von Welt, wir haben soeben unseren Lunch Service gestartet. Auf unserem heutigen Flug nach Singapur servieren wir Ihnen als Appetiser pochierte Lachsstücke mit einem Nudelsalat. Dazu haben Sie für den Hauptgang die Auswahl zwischen einem Süss-Sauer Dorschfilet oder gegrilltem Hähnchen an einer Tomaten-Oliven Sauce, serviert mit Pilau Reis und frischem Saison Gemüse.»

Guten Appetit

Porzellangeschirr für die Einen und Aluschalen für die Anderen? Längst sind die Zeiten vorbei, als im Flugzeug bezüglich des Services noch eine klare Klassentrennung herrschte. Unsere Airline scheint jedenfalls verstanden zu haben, dass der Magen nach drei Stunden Flughafenaufenthalt energisch knurrt und ein Mutschli-grosses Sandwich (wenn überhaupt!) das unangenehme Gefühl in der Bauchgegend nicht unbedingt verschwinden lässt.

Um unseren Passagieren an Board die beste Econonmy Dining Experience zu bieten, wird auf internationale und frisch zubereitete Gerichte gesetzt. Dafür werden täglich ungefähr 145’000 Gerichte von unserem Caterer zubreitet und auf über 420 Flüge verteilt. Damit auch die Crew eine Ahnung davon hat, was unseren Kunden auf dem Tablet serviert wird, können wir jedes einzelne Gericht während des Service Trainings auskosten. (Nun habe ich jedenfalls auch eine Erklärung dafür, warum wir die Uniform zwei Nummern grösser erhielten…)

Bitte ein Gläschen vom Moet & Chandon

«..und vergesst ja das T nicht, wenn ihr beide Namen kombiniert – es heisst Moä-tä-Schandoon!»

Ich seh noch heute das ernste Gesicht meines Trainers, als es zum besagten Champagner kam. Tatsächlich fühlte sich in der Vergangenheit der eine oder andere französisch sprechende Passagier in seiner Ehre verletzt, wenn der gute Tropfen von der Crew falsch ausgesprochen wurde. Ja, auch beim Barservice soll man wissen, wovon (und wie!) man spricht. Sogar Youtube hat sich dieser Angelegenheit bereits angenommen und bietet über 2000 Einträge zur richtigen Aussprache des Moä-tä-Schandoon an. Doch nicht nur Champagner wird im Flugzeug mitgeführt. Auch diverse Cognacs, Liquers und Whiskey offerieren wir unseren Passagieren während und nach den Gerichten – kostenlos. Wohlgesagt blieben jedoch die Deckel der alkoholischen Getränke während den Übungen im Trainingcollege verschlossen. 😉

Service ist …

Die Airline, für welche ich arbeite, hat sich nicht weniger zum Ziel gesetzt als in allen Tätigkeiten über den Erwartungen des Kunden zu sein. In punkto Service wird daher besonders viel Effort seitens der Cabin Crew angestrebt. In den letzten beiden zweieinhalb Wochen habe ich deshalb nicht nur gelernt, wie ich das Tablet richtig positioniere oder den Cart durch die 50cm-breite Gänge schiebe. Vielmehr konnte ich meine persönlichen kommunikativen Fähigkeiten weiterentwickeln und wurde während den praktischen Assessment mit verschiedensten Szenarien konfrontiert. Doch was ist guter Service eigentlich? Meiner Meinung nach ist excellenter Service eine gute Kombination aus Qualität, Professionalität, Konstanz und der Gabe, die Bedürfnisse des Gegenübers zu verstehen.

Schon bald wird sich zeigen, ob und wie ich diese Theorie über den Wolken ausüben kann.

 

 

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7 Comments

  • Reply Mami 1. November 2015 at 19:53

    Wiederum ein genialer Beitrag in deinem Blogg. Informatif spannend und lustig☺

    • Reply jennyr 8. November 2015 at 6:59

      Dankeschön 🙂 🙂

  • Reply Corinne 2. November 2015 at 19:42

    Emmer spannend vo der z lääse 🙂 fröie mi jedes mol druuf wenn weder es Mail chonnd. Machs guet!

    • Reply jennyr 8. November 2015 at 6:59

      Hihi, das freut mi ds ghööre. Hebs guet & liebi Grüess us Dubai

  • Reply Hans Peter S. 3. November 2015 at 13:13

    Herzlichen Dank Jennifer für den Blick hinter die Kulissen. Gruss aus Ebikon

    • Reply jennyr 8. November 2015 at 6:58

      Hallo Hans Peter,
      Schön, dass du auf meinen Blog gefunden hast. Viele Grüsse zurück!

  • Reply Urs Wiederkehr 6. November 2015 at 11:28

    Liebe Jenny
    Wenn ich wiederum deinen Artikel lese, werde ich das Gefühl nicht los, die „geborene Flugbegleiterin“ identifiziert zu haben 🙂
    Dein Emotionsbogen ist ja förmlich durchgespannt. Ich freue mich, bis du deinen ersten Flug „erleben“ wirst.
    Wenn ich an meinen ersten Flug als Copilot denke, waren die Eindrücke derart enorm und unglaublich einprasselnd, dass ich – wie andere auch – nur noch als Ballast im Cockpit durchging 🙂
    Im Wissen, dass diese Situation eintreffen wird, wurden für die ersten Leg’s auch immer ein erfahrener Copilot- Kollege eingeplant.
    Ich gehe davon aus, dass auch du in der ersten Phase von der „daily operation“ überrannt werden wirst. Die Theorie bleibt vorerst „auf der Strecke“ wobei du nach diesem „drill“ im Notfall einfach die „richtige Schublade“ ziehen wirst.
    In diesem Sinn wünsche ich dir einen ersten, eindrücklichen Flug.
    en liebe Gruess
    Urs

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