Asien Singapur

Singapur – Eine Stadt im Garten

3. Dezember 2015

Wer als Landschaftsgärtner Karriere machen möchte, sollte sich unbedingt nach einer freie Stelle in Singapur umsehen. Denn hier prägen futuristisch blühende Grünanlagen, 50m hohe Bäume aus Stahl und die zwei grössten Gewächshäuser des Planeten das Stadtbild des flächenmässig kleinsten Staats Südostasiens – der sich übrigens so gar nicht wie Asien anfühlt.

Von unserem Crewhotel aus lässt es sich bereits erblicken – das Marina Bay Sands. Ein Hotelresort der Superlative, welches meiner Meinung nach an ein übergrosses Bügelbrett mit dem weltweit grössten Überlauf-Pool erinnert. Das perfekte Instagrammmotiv also. Allerdings nicht in Einsamkeit; denn in der Regel stehen die Touristen am Beckerand in Dreierreihen, um dieses unvergessliche Erlebnis im Bild festzuhalten. Das will ich mir dann doch für den nächsten Layover aufsparen.

Dafür entscheide ich mich, meinem allmählich aufkommenden Wüstenblues den Garaus zu machen. Ein wenig «Grün» muss her und Singapur scheint dafür wie geschaffen zu sein. Die Idee, eine Gartenstadt in eine Stadt im Garten umzuwandeln kommt übrigens nicht von irgendwo her: Kurz nach der Unabhängigkeit des kleinen Inselstaats in den 1960er Jahren war es die Vision vom ehemaligen Ministerpräsidenten Lee Kuan Yew, eine «Stadt im Dschungel» zu bauen. Wilde Natur und akribisch geplante Stadtarchitektur finden seither zusammen.

Meister Proper

Bereits auf dem Weg zu meinem heutigen Ausflugsziel fällt mir die unglaubliche Sauberkeit der Strassen auf. Hier könnte ich wortwörtlich vom Boden essen. Wie ich später vom Lobbyisten erfahre, ist dieses blitzsaubere Erscheinungsbild kein Zufall. Singapur verfolgt seit Jahren eine konsequente Politik in Sachen Sauberkeit. Wer achtlos Zigarettenkippen oder ein Kaugummipapierchen wegwirft, berappt schon mal umgerechnet CHF 800.00 als Strafe. Apropos Kaugummi; Die Zeiten, in denen das Kauen von Kaugummi verboten war (er könnte ja nach Gebrauch auf den Boden gespuckt werden) sind zum Glück vorbei. Für therapeutische Zwecke können Kaugummis in Apotheken erworben werden. Dafür braucht der Käufer aber eine Lizenz.

Under the Dome 

Gardens by the Bay nennt sich eines des Prestigeobjekte Singapur’s. Quasi ein Science-Fiction Paradies für Ökofreunde. Der Eintritt in den Park ist kostenlos und mit 28 Singapur Dollars hat man bereits die zwei Eintritte für die beiden riesigen Gewächshäuser gesichert. Genau diese stehen heute auf meiner ToSee-Liste.

Bei 34 Grad Aussentemperatur erhoffe ich mir ein wenig Abkühlung im ersten Gewächshaus – dem Cloud Forest. Dieser befindet sich unter einer gigantischen Glaskuppel. Beim Betreten des Domes erstreckt sich vor mir ein 35 Meter hoher Wasserfall. Es herrscht ein feucht-tropisches Bergklima. Der Rundgang im Nebelwald beginnt mit einer Aufzugsfahrt nach oben auf den Gipfel – runter geht’s später über einen Wanderweg auf rutschfesten Matten. Überall blüht und spriesst es. Eine der Infotafeln teilt mir mit, dass hier über 130’ooo Pflanzen – darunter rund 400 verschiedene Arten- angelegt sind. Man könnte tatsächlich meinen, in einem Nebelwald in Osttimor gelandet zu sein. Wäre da nicht die Tatsache, dass das kuschelige Treibhausklima aus einer Belüftungsanlage betrieben wird und die Tiergeräusche aus Lautsprechern kommen.

Flower Power

Angetan von dem vielen Grünzeug schlendere ich weiter in die zweite grosse Halle – dem Flower Dome. Das ganze erinnert an einen riesigen botanischen Garten mit mediterranen und südamerikanischen Ambiente. Gerade werden noch die letzten Accessoires für die Weihnachtsaustellung angebracht. So richtige Weihnachtsstimmung kommt bei mir aber nicht auf. Aus nächster Nähe lassen sich hier schliesslich Gänseblümchen, Olivenhaine und Affenbrotbäume bestaunen.

Das Panorama ist eineweg imposant. Mein Blick weicht durch die riesigen Glasfenster des Domes hinaus auf die künstlichen Lagunen und die Wolkenkratzerkulisse des Marina Sands Bay Hotels.

Und ich wundere mich; So eine riesige Stadt im Garten – und kein einziger Regenwurm.

 


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2 Comments

  • Reply Larissa 3. Dezember 2015 at 8:44

    Meister Proper putzt so sauber, dass man sich drin spiegeln kann :D!
    (*mit Melodie singend)

    • Reply jennyr 6. Dezember 2015 at 7:36

      😉

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