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Weihnachtsstress, Glühwein & Co.

23. Dezember 2015

Hamburg, 09.00 Uhr. Ich verlasse gerade die Hotellobby und schliesse umgehend meine Jacke, denn der Wind bläst an diesem Morgen ziemlich kalt. Obwohl ich mich eigentlich nicht über Kälte beklagen darf. War es doch das erste Mal, dass ein etwas wärmeres Kleidungsstück überhaupt auf ein Layover eingepackt wurde.  Wie auch immer, es bleibt keine Zeit um über’s Wetter nachzudenken. Schliesslich habe ich noch eine Mission vor mir.

Denn auf dem Flug nach Hamburg waren nicht nur vorwiegend deutsche Passagiere (Sprachlich gesehen war der Flug definitiv ein Heimspiel für mich…) sondern auch sechs quirlig eingepackte Weihnachtsgeschenke für meine Liebsten zu Hause; verstaut in der hinteren rechten Ecke meines Koffers. Und genau diese sollten noch vor meinem Abflug über den Postweg in die Schweiz geschickt werden.

Immer wieder Sonntags
Rein strategisch gesehen ist die Idee gar nicht schlecht. Schliesslich werde ich an Weihnachten irgendwo in Peking sein und kann so die Geschenke sowieso nicht persönlich überreichen. Versenden aus Dubai? Auch keine Option. (Obwohl ich ja gerne das Gesicht meines Vaters sehen würde, wenn er an Ostern ein Paket öffnet und anstatt eines Schoggihasen ein Kärtli mit netten Worten zu Weihnachten und ein paar Zimtsterne vorfindet.)

Nur zu blöd, dass es Sonntag ist. Gewöhnt an das arabische Wochenende habe ich doch komplett vergessen, dass in Europa an Sonntagen Postbüros gewöhnlich geschlossen haben. Doch an Aufgeben ist nicht zu denken. Irgendwo lässt sich bestimmt ein Paket aufgeben. Und die noch nicht vorhandene Kartonkiste kann ich gegebenenfalls noch vom Weihnachtsmarkt auftreiben.

Auf zur Punschhütte!
Apropos Weihnachtsmarkt. Meine Zunge brennt immer noch ein bisschen wegen des Glühweins vom Vorabend. Zusammen mit ein paar anderen Crewmitgliedern und dem Purser haben wir uns nach dem Check-in auf den Weg in Richtung Alsterufer begeben. Endlich kam auch bei mir so etwas wie Weihnachtsstimmung auf. Ich hätte ja nie geglaubt, dass ich tatsächlich Freude verspüren würde, wenn beim Ausatmen vor Kälte Hauch aus meinem Mund kommt oder die Nase non-stop läuft. Doch irgendwie gehört das einfach zum Winter. Und Winter gehört zu Weihnachten. Dubai, wohlgemerkt, hat beides nicht.

Aus heiterer Vorfreude auf den Glühwein habe ich dann das «Glüh» im Wort schlicht weggedacht und munter drauflos getrunken. Folge: Glühwein zu heiss, Mund verbrannt. Meine Crewmitglieder zeigten sichtlich Mitgefühl und wollten den Stand sogar auf Schmerzensgeld verklagen. Ich kategorisierte den Fall eher als «allgemeines Lebensrisiko». Schliesslich weiss man, dass Glühwein heiss ist und so gravierend war meine «Verletzung» nun auch wieder nicht.

Deutsch – pragmatisch, praktisch, gut
Alles in allem hatten wir einen recht geselligen Abend. Nebst vielen Leckereien und einem Lenny-Kravitz-Double, welcher auf einer kleinen Holzbühne Weihnachtsklassiker zum besten, amüsierten wir uns besonders über die Firmennamen der Weihnachtsstände. Als einzig deutsch sprechende Person in der Runde durfte ich diese dann für meine Kollegen und Kolleginnen übersetzten. Die Deutschen mögen’s aber auch ziemlich simpel, wenn es zur Benamsung kommt. Ganz nach dem Motto:«Das was du auf dem Schild liest, genau das kannst du erwarten» So passierten wir beispielsweise die Stände «lustige Tassen», «Lichterketten aus Pflanzen» oder auch «Wärme zum Verschenken».

DHL – Die Hoteleigene Lösung
Nun denn. Mit schmerzender Zunge und meinen sechs Geschenken in der Handtasche will ich nun zu Fuss ins Stadtzentrum. Bereits nach 10 Metern kommt mir der Captain keuchend und  in voller Sportmontur entgegen. Ein bisschen Sport täte mir auch gut. Aber das ist eine andere Geschichte.

Wir kommen ins Gespräch und ich erkläre ihm meine missliche Situation. «Warum versendest du sie nicht einfach über’s Hotel?»,  meint er lässig. Daran habe ich tatsächlich noch nicht gedacht. So gehe ich gemeinsam mit ihm zurück ins Hotel und steuer direkt auf die Rezeption zu. Meine Mission scheint beendet zu sein. DHL und Concierge sei Dank. Da will ich nur hoffen, dass das Paket auch tatsächlich ankommt. Rein der Portokosten wegen dürfte ich es erwarten.

Hamburg – #Inspirieremich

 

Gut gelandet

Der Flughafen Hamburg ist die Homebase der Billigfluggesellschaften Germanwings und Easyjet und wird von vielen europäischen und internationalen Fluggesellschaften mehrmals täglich angeflogen. Das Stadtzentrum ist ungefähr 25 Autominuten vom Flughafen entfernt.

 

Gegessen

Ob Zimtgebäck, Glühwein oder eine Krakauer Bratwurst; der Weihnachtsmarkt «Weisser Zauber an der Alster» bietet für jeden den passenden Snack.

 

Geschlafen

Das 4 Sterne Superior-Hotel  «Radisson Blu Hamburg» befindet sich direkt in der Innenstadt. Die Alster liegt nur einen kurzen Spaziergang entfernt und den Bahnhof Hamburg-Dammtor hat man quasi neben der Haustür.

 

Geheimtipp

Akku leer, iPod zuhause vergessen und aufkommende Langeweile? Super! Beste Vorraussetzungen um sich den kleinen Dingen der Welt zu widmen. Hamburgs Mülltonnen, Strassenlaternen und sonstiges Inventar bringen stattdessen amüsante Unterhaltung.

hamburg08

 

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